Als großer Fisch im kleinen Teich

Wieso dich eine Nische vom Konkurrenzdruck befreit

In der 8. Klasse bin ich gefragt worden, ob ich im Schulorchester mitspielen will. Obwohl ich gar nicht herausragend talentiert war und keine Erfahrung mit Konzerten hatte.

Wieso wollte der Leiter des Orchesters mich also dabei haben?

Ganz einfach: Es gab an unserer Schule nicht viele, die Altflöte spielten.

Es gab jede Menge C-Flöten und Querflöten und sogar Piccoloflöten – aber Altflöten waren rar.

Deshalb nahm der Musiklehrer mich ins Schulorchester auf.

Und deshalb wurde ich ein Jahr später sogar Mitglied des Flötenquartetts.

Ich habe vom sogenannten Fischteich-Effekt profitiert.

Der besagt, dass du in einem kleineren Teich mit wenig Konkurrenz automatisch ein großer Fisch bist.

Während du in einem größeren Teich mit ausgewachsenen und starken Artgenossen schon besonders beeindruckend sein musst, um dich neben den Anderen hervorzutun.

Big fish, little pond.

Ursprünglich ist das ein Begriff, der aus der Pädagogik kommt – da beschreibt er das Phänomen, dass gute Schüler neben leistungsschwächeren Klassenkameraden noch besser und motivierter werden, weil sie ihren Vorsprung halten wollen, während vergleichbar begabte Kinder mit stärkeren Mitschülern unmotivierter und schlechter werden, weil der Leistungsdruck sie bremst.

Und was hat das jetzt mit dir zu tun?

Ganz einfach: Du kannst dir den Fischteich-Effekt auch als Beraterin, Trainerin und Coach, als Ärztin, Anwältin oder Yogalehrerin zunutzemachen – indem du dich spezialisierst.

Indem du nicht das machst, was alle Anderen tun. Sondern dir eine Nische suchst.

Indem du in einen kleinen Teich mit schwacher Konkurrenz gehst und dadurch automatisch einen Vorsprung hast.

So hat es der Zahnarzt gemacht, der anfangs bloß Kinder behandelt hat und damit bekannt wurde – er hat inzwischen ein regelrechtes Imperium von über einem Dutzend Praxen in ganz Berlin (und behandelt auch Erwachsene).

So hat es die Finanzberaterin gemacht, die ausschließlich Frauen coacht – und der Kundinnen die Bude einrennen, weil das Angebot genau auf sie zugeschnitten ist.

Und so macht es die Stilberaterin, die im Corona-Lockdown angefangen hat, berufstätige Frauen im Home Office zu ihrer Garderobe zu beratenper Zoom. Damit hat sie sich eine Nische geschaffen, in der sie schnell wachsen konnte. So sehr, dass sie jetzt, nach nur einem Jahr, als Expertin bekannt geworden ist, von Zeitschriften interviewt wird und erste Online-Kurse mit mehreren Teilnehmerinnen verkauft.

Genau so habe es auch ich gemacht, als ich mich in den 90er Jahren auf Corporate Publishing spezialisiert habe. Damals, zur Boomzeit von Agenturen wie Jung von Matt und Springer & Jacob, wollten alle guten Grafikdesigner „in die Werbung“. Corporate Publishing dagegen, also Unternehmensmagazine, waren in den Augen der Anderen spießige, langweilige Lappen. Kein ambitionierter Gestalter wollte sich damit die Finger schmutzig machen

Gut für mich. Mich hat das nicht abgeschreckt. Für mich war es wie ein unbearbeiteter Acker, auf dem man sich bloß an die Arbeit machen brauchte. Ich habe in einer kleineren Agentur in Hamburg angefangen, die das ADAC- und das Greenpeace-Magazin gemacht hat. Und dann habe ich eines Tages im Zug das Magazin gesehen, das eine kleine Berliner Agentur namens KircherBurkhardt für die Deutsche Bahn produziert hat. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Lukas Kircher hat einer Kollegin und mir angeboten, eine eigene Abteilung für Corporate Publishing aufzubauen. Meine Kollegin hörte nach kurzer Zeit auf, und so habe ich mich alleine darauf konzentriert. Der Markt war damals, in den „Nullerjahren“, wie gesagt kaum existent. Und alles war da: Man brauchte im Grunde bloß die besten Kiosktitel zu kopieren und bekam aus dem Stand – die besten Unternehmensmagazine.

Allianz, Bosch, Porsche, Volkswagen… es war das Who’s Who der DAX-Konzerne, die bald ihre Aufträge bei uns ablieferten. Ich wurde Kreativdirektorin von KircherBurkhardt, und die Agentur gewann alle Preise, die man im Bereich Corporate Publishing und Content Marketing gewinnen konnte.

Auch dann noch, als Andere auf den Trend aufsprangen und Unternehmensmagazine produzierten. Wir blieben an der Spitze. Ich habe damals einfach das Glück gehabt und ein Potenzial gesehen habe, das Andere nicht erkannt haben.

Mach's dir einfach

Überleg dir also nochmal, ob du wirklich als ein agiler Coach, eine weitere Yogalehrerin oder als ein Achtsamkeitstrainer unter tausenden rausgehen willst. Oder ob du eine Nische siehst. Eine Spezialisierung, mit der du dich von Anderen unterscheiden kannst.

Einen Teich mit kleinerer Konkurrenz, in dem du automatisch der große Fisch bist – und der es dir unendlich einfacher macht.

 

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