5 Ängste, mit denen du deiner Selbstständigkeit im Weg stehst

Auch bei uns hat es damals eine Weile gedauert, bis wir unseren sicheren Job aufgegeben und uns in die Selbstständigkeit gewagt haben. Sämtliche Ängste, Zweifel und Befürchtungen, die man beziehungsweise frau vor dieser Entscheidung haben kann, kennen wir – wir haben sie so ziemlich alle durchlebt. Was, wenn es eine Schnapsidee ist, was, wenn Andere uns auslachen, und was, wenn wir kein Geld mehr verdienen und unter der Brücke landen?

Tatsächlich war das Gründen die beste Entscheidung unseres Lebens. Wir beglückwünschen uns jeden einzelnen Tag dazu. Um vielleicht dir den Schritt in die Selbstständigkeit leichter zu machen, haben wir mal alle Ängste zusammengeschrieben, die wir von unseren Kundinnen und uns selbst kennen – zusammen mit ein paar Tipps, wie du ihnen die Stirn bieten kannst.

1. Angst, dich selbst zu täuschen

Du zweifelst daran, dass deine Idee die „richtige“ ist. Was, wenn du als Ernährungsberaterin, Finanzcoach, Foodblogger, virtuelle Assistentin oder Trauerrednerin doch nicht glücklich wirst? Wenn überhaupt die ganze Selbstständigkeit eine Schnapsidee ist und du im Grunde ganz gut aufgehoben bist in deiner Anstellung – „nichts ist schließlich perfekt“? Der Gedanke, die falsche Entscheidung zu treffen, lähmt dich.

Verstehen wir. Zumal wir beide eher immer zu viele Ideen haben als zu wenige. Wir können uns jeden zweiten Tag für was Anderes begeistern – Katrin hat sich auch Psychologin, Stoffdesignerin oder Meeresbiologin vorstellen können, Kerstin hatte sich bisweilen ausgemalt, doch als Reporterin alt zu werden, eine Schneiderlehre zu machen oder auf einem Schiff zu arbeiten. Es gibt im Leben so viele Möglichkeiten. Wie kannst du dir sicher sein, dass deine Idee richtig ist?

Wie du diese Angst überwinden kannst:

Indem du dir sagst, dass deine Idee nicht für immer „richtig“ sein muss. Vielleicht ist sie für fünf Jahre gut, vielleicht auch bloß für ein Jahr – weil du in diesem einen Jahr ganz viel Neues über dich und dein Leben lernst und dann etwas findest, was noch besser passt?

„Gerade“ Lebensläufe gibt es eh nicht mehr. Und zugleich ist es ja sehr unwahrscheinlich, dass du dich in etwas stürzt, was dir überhaupt nicht entspricht. Dein Bauchgefühl sagt dir doch meistens ganz gut, womit du dich wohlfühlst (und womit nicht), oder?

Außerdem bist du schlau und hörst nicht nur auf dein Bauchgefühl. Du arbeitest ja schon einige oder viele Jahre lang, du hast Erfahrungen gesammelt, Erfolge gehabt, Routine entwickelt, vermutlich auch den ein oder anderen Misserfolg verarbeitet: Was hast du daraus gelernt? Was kannst du richtig gut? Was macht dir Spaß, was passt zu dir, wie siehst du dich?

Gib dir selbst die Erlaubnis, etwas Neues auszuprobieren – es braucht nicht „für immer“ zu sein. Es reicht, wenn es der erste Schritt einer Entwicklung ist. Oder willst du in zehn Jahren noch im gleichen Büro, für die gleiche Firma arbeiten?

2. Angst, dass „die Anderen“ dich peinlich finden

Was denken deine Kollegen über dich, wenn du jetzt nochmal sehr viel kleiner (oder ganz bei Null) anfängst? Was, wenn die Menschen in deinem Umfeld auf dich herabschauen, Andere sich über dich lustig machen? Du hast Angst davor, dass du mit deiner Entscheidung alleine dastehst und auf Abwehr triffst.

Was du gegen diese Angst tun kannst:

Dir zwei Sachen klarmachen. Erstens: Ja, es wird tatsächlich Menschen geben, die auf deine Begeisterung seltsam schmallippig reagieren, dir ungefragt ihre Bedenken mitteilen und dir ungebeten aufs Brot schmieren, was da alles schiefgehen kann. Vielleicht wird dir das öfter passieren, als du denkst. Vielleicht werden sogar Freunde so reagieren. Das hat einen ganz einfachen Grund: Viele Menschen projizieren ihre eigenen Ängste auf andere.

Wenn eine Freundin also fast schon verärgert den Kopf darüber schüttelt, dass du ins Ausland ziehen oder deinen Bürojob an den Nagel hängen willst, um Winzerin zu werden, dann geht es dabei gar nicht um dich – sondern um sie und ihre Angst. Weil sie sich sowas nicht trauen würde, wehrt sie es bei dir ab.

Die Lösung dafür? Abperlen lassen – hat nichts mit dir zu tun. Die Ängste anderer Menschen sind nicht deine eigenen. Jeder lebt sein eigenes Leben.

Zweitens, eine der wichtigsten Erfahrungen, die wir gemacht haben: Es wird ein paar Miesmacher geben, aber die allermeisten Menschen denken sich in Wahrheit – nichts. Sie sind mit sich selbst, ihrem Leben, ihren eigenen Problemen beschäftigt. Während du selbst dir den Kopf darüber zerbrichst, was Andere über dich denken könnten… ist es diesen Anderen schlicht egal. 

Aah, und es gibt noch einen dritten Punkt 🙂 Und zwar: Alles in allem wirst du viel mehr Unterstützung und Zuspruch bekommen, als du dir gerade vorstellen kannst – oft von Menschen, von denen du es nicht erwartet hast. Und das ist so schön und aufbauend, dass es ein paar negative Reaktionen doppelt aufwiegt!

Kerstin

"Ich wollte aus dem Hamsterrad raus"

Ich habe damals ein Jahr gebraucht, bis ich meine sichere Anstellung bei AFP gekündigt habe. Die älteste Nachrichtenagentur der Welt! Ein Korrespondentenjob in Paris! 35-Stunden-Woche, 14 Monatsgehälter und 36 Tage Urlaub – gibt man sowas leichtfertig auf!? Natürlich nicht. Ich habe ein Sabbatical gemacht, um mich langsam „rauszuschleichen“… und schon in Woche Eins war mir klar, dass ich nicht in die Agentur zurückkehren würde. Ich hatte noch keinen genauen Plan, was ich stattdessen tun würde – aber mein Gefühl war eindeutig: Ich wollte frei sein. Wirklich gekündigt habe ich am Ende meines Sabbatjahres. Ich habe es keine Sekunde bereut.

3. Angst, deine Familie oder Freunde zu enttäuschen

Du hast eine gute Ausbildung, arbeitest in einem renommierten Unternehmen, bist befördert, gefördert, anerkannt worden. Deine Eltern, deine Geschwister, deine Freunde sind stolz auf dich. Vor allem deine Eltern – denn sie hatten damals nicht die Möglichkeiten. Sie zu enttäuschen wäre schlimm für dich. Du hast Angst, ihre Erwartungen zu enttäuschen, in den Augen deiner Familie weniger „wert“ zu sein.

Wie du dich von dieser Angst befreien kannst:

Indem du dir klarmachst, dass du dein eigenes Leben lebst. Bloß du selbst weißt, was gut für dich ist – womit du dich wohlfühlst, wertvoll fühlst, was du gerne tust. Und was du sinnvoll findest.

Danke deinen Eltern, deiner Familie, für alles, was sie dir ermöglicht haben. Und setz dir deine eigenen Maßstäbe – dafür bist du doch erwachsen! Wer soll für dich entscheiden, wenn nicht du selbst? Wen möchtest du am Ende deines Lebens am wenigsten enttäuscht haben: Andere Menschen – oder dich selbst?

4. Angst, die Sicherheit aufzugeben

Du hast eine feste Anstellung, ein gutes Gehalt, ein schickes Büro, nette Kolleg*innen. Und monatliche Fixkosten. Was, wenn du als Selbstständige nicht genug verdienst, um deinen Lebensstandard zu halten? Was, wenn du nicht mal ausreichend zum Leben verdienst?

Wie du diese Angst überwinden kannst:

Schreib dir einmal auf, was du wirklich, wirklich, wirklich jeden Monat brauchst. Musst du wirklich einmal im Monat zur Maniküre gehen? Kannst du mit den zwanzig Paar Schuhen, die du im Schrank hast, nicht erstmal eine Weile auskommen? Die Pandemie im vergangenen Jahr hat doch ganz gut gezeigt, dass wir in Wahrheit sehr viel weniger „Zeug“ brauchen, als wir denken – und nicht alle sechs Wochen zum Friseur müssen.

Dir darüber klar zu werden, wieviel beziehungsweise wie wenig du als absolutes Minimum im Monat brauchst, hilft meistens schon gegen diese Angst. Vielleicht hast du ein kleines Polster, um die ersten Monate etwas „reinzubuttern“, wenn du als Selbstständige nicht genug Umsatz machst. Vielleicht kannst du deine Schwester, deinen Bruder fragen, ob sie oder er dir im Notfall etwas leihen würde? Allein diese Sicherheit kann schon ausreichen – ohne dass du es je in Anspruch nehmen wirst.

Und wenn alle Stricke reißen und du dir irgendwann eingestehen musst, dass du wirklich nicht genug Geld verdienst – ja gut, dann suchst du dir vorübergehend einen Job bei Starbucks oder IKEA. Und entwickelst Plan B. So ist das Leben.

(Und von wegen „sichere Anstellung“: Hast du in den vergangenen Jahren mal Zeitung gelesen? Siehst du, wie viele Stellen gestrichen werden, wie sehr Unternehmen Arbeitsplätze abbauen und sparen? Sich heute als Angestellte*r sicher zu fühlen, ist der größte Fehler – es sei denn, du bist Programmierer oder IT-Berater.)

Katrin

"Ich wollte keine kostbare Lebenszeit mehr verschwenden"

Als Kreativdirektorin in DER deutschen Agentur für Content Marketing hatte ich mir einen gewissen Lifestyle angewöhnt. Ich wollte nicht darauf verzichten müssen, gut Essen zu gehen, mir teure Cremes zu kaufen und schön in Urlaub zu fliegen. Meine finanzielle Sicherheit aufzugeben war für mich die größte Angst. 

Bis mir langsam klar wurde, welche Angst noch größer war: Die Angst, weitere kostbare Lebenszeit in einem Job zu verlieren, aus dem ich rausgewachsen war. Meine Energie und Kreativität in ein Unternehmen zu stecken, dessen Werte ich nicht mehr geteilt habe. Neun, zehn Stunden am Tag in einem Büro zu sitzen und etwas zu tun, was ich komplett sinnlos fand. DAS ist ja wohl das Allerschlimmste. Als ich das kapiert habe, fiel mir die Kündigung leicht.

5. Angst zu scheitern

Es ist nicht einfach, sich wieder zum Anfänger zu machen, wenn man sich in einem bestimmten Bereich schon Erfahrung, Expertise und Anerkennung erarbeitet hat. Kann ich das überhaupt noch – mich in etwas Neues einarbeiten? Ist mein Gehirn dafür noch fit genug? Habe ich die Energie dafür? Und was, wenn es nicht funktionieren sollte?

Wie du diese Angst hinter dir lässt:

Indem du dir erstens bewusst machst, dass sie zu jedem Neuanfang einfach dazugehört. Etwas Bekanntes aufzugeben (und wenn es noch so frustrierend ist) und gegen das Unbekannte einzutauschen, fällt fast allen Menschen schwer. Deshalb verharren Menschen auch in Beziehungen, die ihnen nicht oder nicht mehr guttun.

Der Trick? Einfach Trotz entwickeln. Es trotzdem tun. Trotzdem rausgehen. Wenn du immer in deiner Bequemlichkeit verharrst, in der berühmten Komfortzone, ändert sich nie etwas. Dann lebst du im Stillstand. Und das ist doch erst recht gruselig, oder?

Und zweitens: Du wirst die Energie lieben, die das Neue mit sich bringt. Was Neues zu lernen, sich in was Neues reinzustürzen und zu sehen, wie da Schritt für Schritt für Schritt etwas entsteht, das Gehirn neue Verbindungen knüpft, Wissen entsteht, du aus eigener Kraft etwas aufbaust – das ist das Großartigste überhaupt.

Du wirst wie ein Kind wieder vor neuen Entwicklungsstufen stehen. Dich riesig freuen, wenn dir wieder etwas Neues glückt. Und dich endlich wieder lebendig fühlen! Allein dafür lohnt es sich.

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