9 Wege, deinen Wow-Faktor zu finden

Der hilft dir nämlich, als Expertin bekannt zu werden (und dich von Anderen abzuheben)

Klar, dein Thema und deine Zielgruppe sind die stärksten Stellschrauben, um eine Nische für dein Business zu finden und dein Profil zu schärfen. 

Aber nicht die einzigen. Hier kommen neun Möglichkeiten, wie du dich positionieren und von Anderen abheben kannst!

Stadt, Land, Fluss

Bei bestimmten Angeboten kann dir dein Ort dabei helfen, eine Nische zu finden und dich zu positionieren. Entweder, wenn du ein Angebot genau für die Menschen dort hast (siehe Punkt 9 – deine Zielgruppe). Oder wenn dein Ort, deine Region für etwas steht.
 
Mit Frankenwein verbindest du eine bestimmte Art von Weißwein, mit Nürnberger Lebkuchen ein bestimmtes Gebäck und mit Thüringer Bratwurst eine bestimmte Wurst – bei allen ist die Herkunft ihr Markenzeichen.
 
Das original Wiener Schnitzel darf bloß aus Kalbfleisch sein. Aber wenn du ein Putenschnitzel „Wiener Art“ anbietest, ist das erlaubt. Genauso könntest du deinen Döner „nach Berliner Art“ zubereiten. Meditieren nach Mittelmeer-Art einführen. Alpen-Yoga anbieten. Und so weiter.
 
So wie die Molkerei Weihenstephan, die „Frische Alpenmilch“ auf ihre Flaschen schreibt. An was denkst du da? Du denkst natürlich an Berge, an saftige Almwiesen, gesunde Kühe, glückliches Landleben… jedenfalls an Natur. (Dass die Molkerei gute hundert Kilometer nördlich der Alpen ist und den weitaus größten Teil ihrer Milch aus dem Flachland bezieht, auf die Idee kommst du nicht.)

It‘s all about money

Wo würdest du nach Flügen schauen, wenn sie besonders günstig sein sollten? Klar, bei EasyJet – und nicht bei der Lufthansa. Flüge für 19 Euro anzubieten hatte vor den Briten noch keiner gewagt. Über die Masse der Buchungen hat sich die Billigpreis-Nische schnell rentiert. (Über die Umwelt reden wir jetzt nicht.)

Auch besonders hohe Preise können eine Art von Positionierung sein: Hermès hat im vergangenen Jahr eine kleine Kollektion Lippenstifte rausgebracht, Stückpreis 68 Euro. Das ist astronomisch weit weg von Lippenstiften, die es im Drogeriemarkt gibt, und auch jenseits der „normalen“ Preise in der Parfümerie – Hermès besetzt damit einen sehr schmalen, eigenen Bereich.

Darf‘s ein bisschen mehr sein?

Weisst du noch, wie mühsam ein Matratzenkauf bis vor wenigen Jahren war? Ein paar Anbieter hatten den Markt unter sich aufgeteilt – und brachten Jahr für Jahr immer weitere Varianten in den Verkauf. Du musstest dich sehr genau damit auseinandersetzen, welches Modell das richtige für dich sein könnte, je nachdem, wie groß du bist, wie viel du wiegst, ob du mehr auf dem Bauch oder auf dem Rücken schläfst, ob du lieber hart oder weich liegen magst. Am Ende hattest du 900 Euro für deine Matratze bezahlt – und das ungute Gefühl, dass eine andere Matratze vielleicht doch noch einen Tick besser sein könnte.

Dann kam das amerikanische Start-up Casper.

Und bot eine Matratze für alle an.

Noch dazu zu einem sehr fairen, günstigen Preis.

In Deutschland haben Start-ups wie Bett1 und Emma die One Size Fits All-Matratze kopiert (und Emma wurde sogar Sieger bei der Stiftung Warentest).

Eine Matratze für alle. Für 199 Euro. Mit 100 Tagen Umtauschrecht. So einfach kann es sein.

 

Genau umgekehrt haben es die Gründer von MyMüsli gemacht. Gerade als man dachte, jetzt gäbe es aber wirklich genug Auswahl an Fertigmüsli, da fingen drei Studenten aus Bayern an, individuelle Müslimischungen zu verkaufen. (Noch dazu übers Internet, was 2007 sehr ungewöhnlich war.)

Dein individuelles Bio-Müsli kannst du inzwischen aus über 80 Zutaten mixen. „Das ergibt 566 Billiarden Müsli-Variationen“, heisst es auf der Website. Unendliche Auswahl als Nische – kann auch funktionieren. Der Laden hatte zehn Jahre nach Gründung 800 Mitarbeiter und einen Umsatz im neunstelligen Bereich.

Die Extra-Meile gehen

Wenn dein Produkt nicht einzigartig ist, kann es dein Kundenservice sein. IKEA zum Beispiel nimmt unbenutzte Ware bis zu 365 Tage lang zurück. Das KaDeWe in Berlin bietet unter Anderem eine hauseigene Apotheke mit Beratung in zehn Sprachen, Devisentausch und einen Shuttleservice mit Chauffeur.

Oooommmmm

Auch mit einer bestimmten Lebensweise, Weltanschauung oder Religion kannst du eine Nische besetzen und dich positionieren.

Die US-Kette Marriott ist für Mormonen interessanter als andere Hotels, weil ihre Gründer ebenfalls Mormonen waren und in den Hotelzimmern die Bibel und das Buch Mormon ausliegen.

Anita Roddick hat in den 80er Jahren angefangen, umweltfreundliche Kosmetik ohne Tierversuche herzustellen. Das passte hundertprozentig zum Zeitgeist – so wurde aus The Body Shop eine Weltmarke.

Veganer finden bei Hungry Paper in Berlin alle Karten in Riso-Druck, das ist ein besonders umweltfreundliches und veganes Druckverfahren.

Überraschend anders

Als Ärztin kannst du dich vielleicht von anderen Praxen in deiner Stadt abheben, wenn du ein modernes Gerät zum 3D-Röntgen hast, das bislang noch selten ist.

Als Kosmetikerin kannst du dir eine Nische suchen wie Jana Pákozdi in Berlin: Sie kombiniert Kosmetikbehandlungen mit astrologischem Coaching.

Und die Psychologin Stefanie Stahl hat irgendwann erkannt, dass sich die meisten Probleme ihrer Klienten auf ein Thema zurückführen lassen – auf mangelndes Selbstwertgefühl. Aus dieser Erkenntnis hat sie einen eigenen psychologischen Ansatz entwickelt. Ihre Bücher, Arbeitsbücher und Online-Kurse verkaufen sich wie geschnitten Brot.

Es gibt sie noch, die guten Dinge…

Manufactum hat sich unter diesem Motto in den 80er Jahren einen Namen gemacht – ein kleiner Versandhandel für außergewöhnliche und hochwertige Produkte, die gut funktionieren, lange halten und sich reparieren lassen. Da kannst du dann auch 23 Euro für einen Putzeimer aus Plastik verlangen – Hauptsache, er ist gut gearbeitet.

Manufactum gehört inzwischen zur Otto Group und gab zuletzt einen Jahresumsatz von rund hundert Millionen an.

Don‘t verzettel yourself

Dich auf einen bestimmten Aspekt innerhalb deines Themas zu konzentrieren ist meist das Einfachste, um dein Profil zu schärfen.

Als Reisebüro kannst du einfach bunt gemischte Reisen anbieten – oder du spezialisierst dich auf ein bestimmtes Land, eine bestimmte Region, und wirst etwa die Agentur für Indien-Reisen. Das ist dann deine Nische, da hast du eine besondere Kompetenz und Glaubwürdigkeit. Wer eine Reise nach Indien plant, wird eher dir vertrauen als einem „08/15“-Reisebüro, das alles anbietet von den Alpen bis nach Sambia.

Bestimmt kennst du die kalifornische Kosmetikmarke Benefit. Natürlich verkaufen die auch Make-Up und Lidschatten und Lippenstift. Aber bekannt und weltberühmt geworden? Sind sie durch ihr Augenbrauen-Styling. „Wir heissen Benefit und machen Brauen fit“ ist der Claim der kalifornischen Company. (Sie hat längst einen milliardenschweren Umsatz und gehört inzwischen zum Luxusgüterkonzern LVMH.)

Und als Business Coach kannst du entweder mit einem bunt gemischten Bauchladen herumlaufen – oder du spezialisierst dich auf ein Thema. So hat es unsere Kundin Christa gemacht: Sie ist Businesstrainerin, berät große Unternehmen und hat sich einen Namen als Expertin für gesundes, wertschätzendes Arbeitsklima gemacht.

Wer sind "deine" Leute?

Der Hebel schlechthin, um dein Profil zu schärfen und dich zu positionieren: Du sprichst mit deinem Angebot eine „spitze“, scharf umrissene Gruppe von Menschen an.

Wie unser Lieblingsbeispiel, der Zahnarzt in Berlin. Der hat auf seine Praxis einfach draufgeschrieben: „Der Zahnarzt nur für Kinder“. Und sämtliche Familien haben ihm die Bude eingerannt.

Ein gutes Beispiel ist auch der Rechtsanwalt Sören Siebert. Der hat vor über zwanzig Jahren begriffen, dass „dieses Internet“ mal was sehr Großes wird. Und dass kein Mensch eine Ahnung hat, was man da so machen darf und was nicht. Super Nische: Eine digitale Plattform für Nicht-Juristen rund ums Thema Internetrecht. Siebert gehört mit seiner Firma eRecht24 heute zu den größten Anbietern für IT-Rechtsberatung. (Wir sind übrigens auch Kunden bei ihm, damit unsere Websites rechtssicher sind.)

Und Natascha Wegelin kennst du vielleicht besser unter ihrem Markennamen Madame Moneypenny: Sie berät Frauen in Gelddingen – und zwar Frauen, die sich nicht gern mit Geld befassen. Allein in ihrer Facebook-Gruppe hat sie 100.000 Mitglieder, ihr erstes Buch war sofort auf den Bestseller-Listen.

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