Martha Stewart – Wie die erste Self Made-Milliardärin ihre Marke aufgebaut hat

Zum 80. Geburtstag der Turbo-Unternehmerin dreht Netflix eine Doku über sie

Wenn du als Einwandererkind in die USA kommst, dir als erste Frau Amerikas eine Milliarde erarbeitest und Netflix eine Doku über dich dreht, musst du schon Einiges richtig gemacht haben. Zum Achtzigsten von Martha Stewart hier drei Tipps, was du von der Mega-Unternehmerin kopieren kannst.

1. Martha Stewart hat mit einem „spitzen“ Thema angefangen (und es später breiter ausgewalzt)

„Königin des Haushalts“ und „Amerikas beste Hausfrau“ heißt es heute gern, wenn von Martha Stewart die Rede ist. Tatsächlich hat es die Tochter polnischer Einwanderer fertiggebracht, das Thema Haushalt komplett für sich zu besetzen – und zwar jahrzehntelang. Kochen, Backen, Dekorieren, Gärtnern, Einrichten, Instandhalten, Reparieren… alles fest in Martha Stewarts Hand.

Dabei klingt Haushalt so schön harmlos – in Wahrheit ist Martha Stewart heute eine 400 Millionen Dollar starke Marke und gehört zu den 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA.

Natürlich hat Martha Stewart aber nicht mit einem Imperium angefangen.

Sie hat angefangen, indem sie erstmal ihren Job als Aktienhändlerin an den Nagel hängte und mit Anfang 30 Hausfrau wurde. Machte ihr praktischerweise sowieso mehr Spaß als der Job an der Wall Street. Für ihren Mann und ihre kleine Tochter ein schönes Zuhause schaffen, gut kochen, Obst aus dem eigenen Garten einmachen, Rosen schneiden – das war genau ihr Ding.

Sie buk Torten, kochte für Freunde, bewirtete die Geschäftspartner, die ihr Mann mit nach Hause brachte. Schmiss Dinnerparties. Richtete bald große Verlagsfeiern aus, wenn ihr Mann – ein Verleger – ein Buch rausbrachte. Machte irgendwann das Catering für Veranstaltungen mit tausend Leuten. Und gründete einen Partyservice.

Anfang der 80er Jahre fragte ein anderer Verleger sie, ob sie nicht ein Buch drüber schreiben wolle: Wie man perfekt Gäste bewirtet. Schließlich war sie Profi dafür. Und Martha Stewart wollte.

Martha Stewarts erster Bestseller „Entertaining“

„Entertaining“ kam 1982 raus. Es verkaufte sich wie geschnitten Brot. Und machte Martha Stewart so bekannt, dass Fernsehsender und Redaktionen bei ihr anfragten. Sie moderierte Haushaltssendungen, schrieb Kolumnen für Zeitschriften, wurde sogar Sprecherin der riesigen Handelskette Kmart.

1990 brachte sie ihre eigene Zeitschrift heraus, Martha Stewart Living.

Kochen, Backen, Bewirten – auf Glamourös.

Martha Stewart Living– links die erste Ausgabe, rechts eine Ausgabe von 2021

Martha Stewart hat eine Nische besetzt und sich damit einen Namen gemacht: Auf höchstem Niveau Gäste bewirten, das war ihr Thema, dafür stand sie, mit Haut und Haaren. Entertaining war das „spitze“ Profil, mit dem sie ihr Business gestartet hat.

2. Martha Stewart hat ein Thema genommen, das es schon gab – und es besser gemacht

„Was ich da mache, ist doch nichts Neues“, „das gibt es doch alles schon“, „machen Andere doch auch“ – kommt dir bekannt vor?

Wir hören solche Sätze von unseren Kundinnen und Kunden fast jeden Tag.

Und wir antworten immer Dasselbe darauf: Es gibt alles schon.

Es gibt auch schon italienische Restaurants, rote Lippenstifte, teure Uhren.

Wenn „das gibt es doch schon“ ein Argument wäre, gäbe es in keinem Bereich etwas Neues mehr.

Die Frage ist, wie du es besser machen kannst. Anders. Mit einem gewissen Dreh. Mit deiner persönlichen Note, deiner individuellen Erfahrung, deiner Geheimzutat.

Martha Stewarts Dreh?

Sie hat ein langweiliges und spießiges Allerweltsthema nicht besser gemacht.

Sie hat es perfektioniert.

Martha Stewart ist für den Haushalt das, was Steve Jobs für Computer war.

Ihr Anspruch war nicht, Haushalten und alles, was dazugehört, besser zu machen. Sondern es perfekt zu machen.

Martha Stewart hatte Kunstgeschichte studiert, als Model gejobbt, als Aktienhändlerin an der Wall Street gearbeitet.

Sie hatte Bildung, Geschmack und Stil.

Entsprechend sahen ihre Hefte aus.

Hochglanzfotografie. Perfekt ausgeleuchtete und inszenierte Menüs. Tischdekorationen, für die es nicht mehr reichte, mit Salzteig ein paar Igel zusammenzumantschen.

Martha Stewart hat sich durch ihre wahnsinnige Qualität von der Masse abgehoben – und ihr Thema begehrenswert gemacht: Auch wer vorher grade mal ein Spiegelei braten konnte, wollte mit einem Mal Dinnerparties veranstalten und mehrgängige Menüs nachkochen.

Und selbst, wenn man dann doch bloß ihre Brownies gebacken hat – allein dadurch hat der Glanz schon auf einen abgefärbt.

Martha Stewart ist durch ihre Perfektion aus dem bestehenden Angebot herausgestochen, dadurch hat sie sich auf dem Markt positioniert. Sie hat nicht gestresste Hausfrauen mit drei Kindern angesprochen, die abends schnell was auf den Tisch bringen müssen. Sondern Frauen, die sich aufwändig vorbereitete Essensrunden mit Gästen leisten konnten.

Und das mit soviel Glanz, dass alle etwas davon haben wollten.

3. Martha Stewart hat ihrer „Marke“ ein Gesicht gegeben

Martha Stewart hat nicht einfach Rezepte und Tipps zusammengestellt. Sie hat sich nicht hinter einer anonymen Redaktion versteckt. Sondern sie selbst ist die Marke.

Sie selbst, Martha Stewart, backt und kocht und putzt – und ihre Leserinnen können ihr dabei zusehen. Sich vergleichen. Sich mit ihr identifizieren. Sich anregen lassen.

Und das bis heute: Wenn du YouTube-Videos von Martha Stewart anschaust, ihr auf Instagram folgst – es ist überall Martha Stewart selbst, die da rührt und wischt und sät. (Ihre Bilder gehören zu den meistgeteilten Inhalten weltweit.)

Martha Stewarts Youtube-Kanal 

Das ist ihr gelungen, weil sie das gewohnte Bild der guten Hausfrau gebrochen hat.

Martha Stewart war eben kein braves Hausmütterchen. Sondern eine eigenständige, unabhängige Frau.

Eine Frau, die es gewohnt war, ihr eigenes Geld zu verdienen. Die früher gemodelt hatte, sich mit Aktien auskannte, auf Augenhöhe mit den Geschäftsfreunden ihres Mannes sprach – und die es zugleich liebte, ihrer Familie und sich selbst ein behagliches Zuhause zu schaffen, tolle Geburtstagspartys für ihre Tochter zu veranstalten und Tomaten zu züchten.

Eine, die für Frauen in den 90er Jahren das perfekte Vorbild war.

Martha Stewart ist das beste Beispiel für eine Personal Brand – ein Unternehmen, bei dem Mensch und Marke eines sind. Sie hat das, was sie tut, mit ihrer eigenen, ganz individuellen Persönlichkeit vermengt. Mit ihrem Gesicht, ihrer Stimme, ihrem Look. Sie selbst ist ihre Marke.

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